Pressestimmen 2006

Heidelberg, Musikfestival LA PASSIONE Rhein-Neckar 2006, Abschlusskonzert

Fesselnde Live-Qualitäten

„Die von Thomas Fey geleiteten Heidelberger Sinfoniker haben sich in den vergangenen Jahren nicht zuletzt durch viel beachtete CD-Produktionen den Ruf als eines der interessantesten jüngeren Ensembles im Bereich der historisch orientierten Aufführungspraxis erworben. Ihre herausragenden Live-Qualitäten konnte die Fey-Truppe gerade bei Auftritten vor heimischem Publikum in der Heidelberger Stadthalle immer wieder glänzend unter Beweis stellen. Das Abschlusskonzert des diesjährigen ‚La passione‘-Festivals setzte diese Reihe gelungener Heimspiele mit einem besonders spannenden Programm fort ...
Boccherinis d-moll-Sinfonie op. 12/4 ‚La casa del diavolo‘, brachte Fey in einer eigenen Version mit zusätzlichen Bläserstimmen zur Aufführung. Die ‚Giovanni‘-Nähe des Werkes teilte sich in diesem durch Naturtrompete und Fagotte angereicherten Arrangement sogar noch frappierender mit als in der nur mit Oboen und Hörnern besetzten Originalfassung. Vitaler und aufwühlender kann Boccherini kaum klingen ...
Mozarts A-Dur-Klavierkonzert KV 488 wurde vor allem dank Sheila Arnolds bewundernswert stilsicherer Präsenz zum unvergesslichen Erlebnis. Das dialogische Wechselspiel zwischen Klavier und Orchester geriet in allen drei Sätzen höchst differenziert und beredt ...
Beethovens zweite Sinfonie D-Dur op. 36 krönte den Abend mit bewährt knackig-frischem Sinfoniker-Sound und lustvoll ausgekosteten Kontrasten. Dem begeisterten Schlussbeifall folgte als Zugabe noch Mendelssohns hinreißend dramatisch musizierte „Hebriden“-Ouvertüre.“
Rhein-Neckar-Zeitung, 17.10.2006

Heidelberg, Musikfestival LA PASSIONE Rhein-Neckar 2006, Benefizkonzert

Benefizkonzert des Ensemble La Passione in der Citykirche Konkordien Mannheim

„Benefizkonzerte für soziale Zwecke gehören mit zum guten Ton des Festivals ‚La Passione‘, das Thomas Fey als künstlerischer Leiter vor drei Jahren ins Leben rief. Eine Bach-Kantate stand auf dem Programm des Benefizkonzerts, das Fey mit seinem Ensemble La Passione in die Citykirche Konkordien Mannheim führte ...
‚Passione‘ bedeutet Leidenschaft und ebenso auch Leiden. Die doppelte Bedeutung des Wortes bekam man zu spüren bei dem Konzert mit Bachs Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“. Diese ist Bachs längste und wohl bedeutendste Kantate. Zwischen Ächzen und Jauchzen, zwischen tiefster Trauer und höchster Freude schlagen die Gemütsbewegungen hier stark aus. In der äußerst kontrastreich angelegten Interpretation durch Thomas Fey wurde dies besonders deutlich. Eine große Stille, Intimität und kontemplative Ruhe entdeckte der Dirigent aus den langsamen Sätzen, und dies wurde in den ariosen Klagen eingebungsvoll ausgeleuchtet. In den klangvoll leuchtenden Schwelltönen der Sopranistin Eva Lebherz-Valentin vor allem, aber auch in der lyrischen Gestaltung des Tenors Clemens Flämig. Der Altus Matthias Lucht und der wunderbar prägnant und deklamationsstark singende Bariton Jens Hamann komplettierten das Solistenquartett.
Eine überaus reiche Farbigkeit entwickelte das Ensemble La Passione auf seinen alten Instrumenten, hörte man sublime Nuancen in weicher Sonorität, wurden die feinsten Gemütsregungen ebenso ausdrucksvoll wie lebendig und präzise in Klang umgesetzt. Fey ließ die Klänge reden, brachte das Leiden genauso anschaulich zum Tönen wie das Hoffen. Und die Kontraste schlugen heftig aus, sobald der Chor ins Spiel kam. Dann, wenn der Trost des Terzetts „Sei nun zufrieden“ in der hymnischen Bewegtheit des Chores sich fortsetzte und zu machtvoller Zuversicht steigerte. Händelsche Klangpracht entwickelte das Vokalensemble La Passione in dem Schlusschor, der mitsamt Pauken und Trompeten zu furios schmetternder Siegesgewissheit hochgesteigert wurde.“
Die Rheinpfalz, 10.10.2006

Heidelberg, Musikfestival LA PASSIONE Rhein-Neckar 2006, Eröffnungskonzert

Duftendes Pflanzenmeer

Wie viele Bilder bietet das Pflanzenmeer der Ladenburger Baumschule Huben, um Musik im Allgemeinen und Mozart im Besonderen zu veranschaulichen! Wohlweislich eröffnete der Dirigent Thomas Fey sein Festival ‚La Passione‘ im neuen Glashaus der Orangerie. Eine Konzert-Pause kann gar nicht lang genug sein, damit sich die Besucher an der Open-Air-Atmosphäre satt genießen können oder an duftenden Rosen und Kräutern, an Stauden-Riesen und Gras-Zwergen vorbeischlendern. Hier ist ein anziehender Kultur-Treffpunkt entstanden, der die Metropolregion schmückt ...
Die Heidelberger Sinfoniker machten den Anfang mit einem Mozart-Abend, der das Publikum in Begeisterung versetzte. Es gefiel ihnen, die Sinfonie KV 129 wie ein ruppiges Revoluzzer-Stück zu behandeln und die Muskeln spielen zu lassen. Als geistig-sinnlichen Kontrast setzten sie Haydns Sinfonie Nr. 47 daneben, um die Zuhörer mit überraschenden Rhythmuswechseln, Pausenlöchern und intelligentem Witz zu unterhalten.
Und wiederum als Kontrast wurde Mozarts Sinfonie KV 201 nachgereicht, aus der kein Kraftprotz mehr sprach, sondern ein frisch aus dem Ei gepellter Klassiker, der tiefes Empfinden und übermütiges Vorpreschen in Einklang bringt. Dem Sopran von Eva Lebherz-Valentin kam die Motette „Exsultate, jubilate“ zwar in der Höhe entgegen. Aber das Bravourstück verlangt auch eine füllig-runde Mittellage und höchste Gelenkigkeit, über die ihre eng geführte Stimme nicht verfügt.
Mannheimer Morgen, 19.09.2006

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